Eine Nanny wird häufig zu einer wichtigen Bezugsperson im Leben eines Kindes und verbringt viele Stunden im persönlichen Umfeld der Familie. Entsprechend sorgfältig sollte die Auswahl einer passenden Betreuungsperson erfolgen. Lebenslauf, Berufserfahrung und Referenzen vermitteln zwar einen ersten Eindruck, können ein persönliches Kennenlernen jedoch nicht ersetzen.
Ein Vorstellungsgespräch mit einer Nanny bietet Eltern die Möglichkeit, mehr über ihre Persönlichkeit, ihre Erfahrungen und ihre Vorstellungen von Kinderbetreuung zu erfahren. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Fragen nacheinander abzuarbeiten. Viel wichtiger ist ein offenes Gespräch, bei dem beide Seiten herausfinden können, ob sie fachlich und persönlich zueinander passen.
Das Vorstellungsgespräch mit einer Nanny gut vorbereiten
Vor dem Gespräch sollten Eltern zunächst überlegen, was ihnen bei der Betreuung besonders wichtig ist. Welche Aufgaben soll die Nanny übernehmen? Welche Arbeitszeiten werden benötigt? Gibt es Besonderheiten im Familienalltag?
Auch Erwartungen an Erziehung, Tagesgestaltung und Kommunikation sollten möglichst klar sein. Je genauer Eltern ihre eigenen Vorstellungen kennen, desto gezielter können sie während des Gesprächs nachfragen.
Gleichzeitig sollte genügend Raum für ein natürliches Gespräch bleiben. Ein Fragenkatalog kann als Orientierung dienen, sollte aber nicht dazu führen, dass das Kennenlernen wie ein starres Interview wirkt.
Nach dem bisherigen Werdegang fragen
Ein guter Einstieg ist die Frage nach dem bisherigen beruflichen und persönlichen Werdegang. Dabei erfahren Eltern nicht nur, wo eine Bewerberin bereits gearbeitet hat, sondern häufig auch, wie sie zu ihrem Beruf gekommen ist.
Interessant ist beispielsweise, welche Altersgruppen sie bisher betreut hat, wie lange die jeweiligen Beschäftigungsverhältnisse bestanden und welche Aufgaben sie dort übernommen hat.
Im Vorstellungsgespräch mit einer Nanny können Eltern außerdem nachfragen, welche Erfahrungen für die Bewerberin besonders prägend waren.
So entsteht ein wesentlich vollständigeres Bild als durch die reine Aufzählung einzelner Stationen im Lebenslauf.
Motivation für die Arbeit mit Kindern kennenlernen
Fachliche Erfahrung ist wichtig, aber auch die persönliche Motivation sollte zur Tätigkeit passen.
Eltern können beispielsweise fragen, warum sich die Bewerberin für die Arbeit als Nanny entschieden hat und was ihr an der Betreuung von Kindern besonders Freude bereitet.
Die Antworten können viel darüber verraten, wie eine Person ihre eigene Rolle versteht. Sieht sie sich hauptsächlich als Betreuungsperson oder möchte sie Kinder auch in ihrer Entwicklung begleiten und fördern?
Es gibt dabei nicht die eine perfekte Antwort. Entscheidend ist vielmehr, ob die Vorstellungen der Nanny zu den Erwartungen und Werten der Familie passen.
Pädagogische Haltung und Förderung besprechen
Jede Familie hat unterschiedliche Vorstellungen davon, wie Kinder begleitet werden sollen. Deshalb lohnt es sich, im Gespräch auch über pädagogische Themen zu sprechen.
Eine mögliche Frage wäre, wie die Nanny ein Kind entsprechend seines Alters und seiner Persönlichkeit fördern würde. Auch konkrete Alltagssituationen können angesprochen werden.
Wie gestaltet sie einen freien Nachmittag? Welche Rolle spielen Aktivitäten im Freien? Wie geht sie damit um, wenn ein Kind keine Lust auf eine geplante Beschäftigung hat?
Ein Vorstellungsgespräch mit einer Nanny bietet damit die Möglichkeit, nicht nur Qualifikationen abzufragen, sondern die tatsächliche Arbeitsweise kennenzulernen.
Nach schwierigen Situationen aus der Praxis fragen
Besonders aufschlussreich können Fragen nach konkreten Erfahrungen sein. Eltern könnten beispielsweise fragen, ob es in einer früheren Tätigkeit eine schwierige Situation gab und wie die Nanny damit umgegangen ist.
Das kann ein Konflikt zwischen Geschwistern, ein emotionaler Moment eines Kindes oder eine unerwartete Situation im Familienalltag gewesen sein.
Interessant ist weniger, ob die Situation perfekt gelöst wurde. Vielmehr zeigt die Antwort, wie die Betreuungsperson Probleme wahrnimmt, Entscheidungen trifft und anschließend über ihr eigenes Handeln reflektiert.
Solche konkreten Beispiele vermitteln häufig einen besseren Eindruck als rein theoretische Fragen.
Den Umgang mit Regeln und Grenzen kennenlernen
Kinder brauchen sowohl Freiräume als auch Orientierung. Deshalb sollten Eltern und Nanny ähnliche Vorstellungen davon haben, wie Regeln im Alltag umgesetzt werden.
Im Vorstellungsgespräch mit einer Nanny kann beispielsweise gefragt werden, wie sie reagiert, wenn ein Kind eine vereinbarte Regel wiederholt ignoriert oder einen starken Wutanfall bekommt.
Auch Themen wie Bildschirmzeit, Süßigkeiten, Schlafenszeiten oder Hausaufgaben können angesprochen werden, sofern sie für die Familie relevant sind.
Dabei geht es nicht darum, jede denkbare Situation im Voraus festzulegen. Eltern sollten vielmehr erkennen können, ob die grundsätzliche Haltung der Bewerberin mit ihrer eigenen Vorstellung von Betreuung vereinbar ist.
Erwartungen an die zukünftige Familie besprechen
Ein gutes Beschäftigungsverhältnis funktioniert in beide Richtungen. Nicht nur die Familie hat Erwartungen an ihre zukünftige Nanny. Auch die Betreuungsperson sollte sich in ihrem Arbeitsumfeld wohlfühlen.
Deshalb lohnt sich die Frage, welche Art von Familie und welche Stelle sich die Bewerberin wünscht.
Vielleicht bevorzugt sie die Betreuung von Babys, arbeitet besonders gerne mit mehreren Kindern oder legt Wert auf viel Bewegung und Aktivitäten im Freien.
Auch gewünschte Arbeitszeiten, Reisebereitschaft oder Vorstellungen zur langfristigen Zusammenarbeit können hier thematisiert werden.
Je offener diese Punkte besprochen werden, desto geringer ist das Risiko späterer Missverständnisse.
Organisatorische Rahmenbedingungen offen klären
Neben Persönlichkeit und pädagogischer Haltung gehören auch praktische Themen in ein Vorstellungsgespräch mit einer Nanny.
Dazu zählen Arbeitszeiten, möglicher Eintrittstermin und der genaue Aufgabenbereich. Falls Fahrdienste vorgesehen sind, kann auch ein Führerschein relevant sein. Bei Familien, die regelmäßig reisen, sollte Reisebereitschaft frühzeitig angesprochen werden.
Auch die Frage, welche Tätigkeiten ausdrücklich nicht zum Aufgabenbereich gehören, kann sinnvoll sein.
Je klarer die Stelle beschrieben wird, desto besser kann auch die Bewerberin einschätzen, ob sie langfristig zu ihren eigenen Vorstellungen passt.
Referenzen und Qualifikationen berücksichtigen
Zeugnisse, Zertifikate und Referenzen können zusätzliche Informationen über die bisherige Erfahrung einer Bewerberin liefern.
Eltern können nach pädagogischen Ausbildungen, Erste-Hilfe-Kursen oder anderen relevanten Weiterbildungen fragen. Bei vorhandenen Referenzen früherer Familien kann außerdem geklärt werden, ob diese kontaktiert werden dürfen.
Ein Vorstellungsgespräch mit einer Nanny sollte sich dennoch nicht ausschließlich auf Dokumente konzentrieren. Eine Betreuungsperson kann über umfangreiche Qualifikationen verfügen und trotzdem persönlich nicht zur Familie passen.
Umgekehrt können langjährige praktische Erfahrung, Einfühlungsvermögen und eine überzeugende Persönlichkeit ebenfalls wichtige Faktoren sein.
Auch auf das persönliche Gefühl achten
Am Ende eines Gesprächs lassen sich nicht alle Aspekte einer zukünftigen Zusammenarbeit anhand einzelner Antworten bewerten.
Eltern sollten deshalb auch darauf achten, wie sich das Gespräch insgesamt anfühlt. Ist die Kommunikation offen? Wirkt die Bewerberin aufmerksam und interessiert? Stimmen grundlegende Vorstellungen überein?
Gerade bei einer langfristigen Betreuung ist die persönliche Ebene besonders wichtig. Schließlich wird die Nanny regelmäßig Zeit im privaten Umfeld der Familie verbringen und eine Beziehung zu den Kindern aufbauen.
Nach einem ersten positiven Gespräch kann deshalb ein weiteres Kennenlernen oder ein gemeinsamer Termin mit den Kindern sinnvoll sein.
Mit einer strukturierten Auswahl die passende Nanny finden
Ein gutes Vorstellungsgespräch mit einer Nanny verbindet fachliche Fragen mit einem persönlichen Kennenlernen. Eltern erfahren dadurch mehr über Erfahrung, Motivation, pädagogische Haltung und Arbeitsweise und können gleichzeitig prüfen, ob die zwischenmenschliche Ebene stimmt.
Auch die Bewerberin erhält die Gelegenheit, die Familie kennenzulernen und herauszufinden, ob die angebotene Stelle ihren Vorstellungen entspricht.
Herz & Hand begleitet Familien in Hamburg bei der Suche und Auswahl einer passenden Betreuungsperson. Bewerberinnen werden vor einer möglichen Vermittlung persönlich kennengelernt und hinsichtlich ihrer bisherigen Erfahrungen und Vorstellungen befragt.
So entsteht eine Grundlage für ein Matching, bei dem nicht nur organisatorische Anforderungen berücksichtigt werden, sondern auch Persönlichkeit, Werte und die langfristige Passung zwischen Familie und Nanny.
